Photovoltaik-Kostenrechnung: 2,22 Euro pro Kilowattstunde!

Teilen

 

 

Auf dem Dach der Nikolaikirche im Zentrum von Leipzig wurde im Jahre 2000 eine Photovoltaikanlage mit einer Nennleistung von 5 kW in Betrieb genommen. Gefördert wurde die Anlage von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, der Sparkasse Leipzig und dem Regierungspräsidium Leipzig. Das gibt uns das Recht (wenn nicht die Pflicht), etwas näher nachzuforschen, denn Steuergelder (und Zwangsabgaben) werden für solche Anlagen aufgewendet. Schon der Betreiber macht Werbung für seine Investition: Auf einer digitalen Anzeigetafel läßt sich u.a. die augenblickliche Leistungsabgabe und die kumulierte Energieerzeugung seit der Inbetriebnahme im Juni 2000 ablesen.

Am 23. Juni 2003 wurde angezeigt, daß mit dieser Anlage bisher 10.514 kWh elektrische Energie erzeugt worden sind. Damit erreichte diese Anlage im Durchschnitt der drei Betriebsjahre einen Leistungsoutput von 9,6 kWh/Tag, gerade die Energiemenge, die man braucht, um mit einem guten Elektroboiler ein Bad zu nehmen. Die Nennleistung ist damit ein theoretischer Wert und wurde kaum jemals wirklich erreicht – kein Wunder unter deutschen Sonnenscheinbedingungen.

Die Investitionssumme betrugen nach Angaben des Vorsitzenden des Kirchenvorstandes von St. Nikolai, Superintendent Vollbach, 120.000 DM, also ca. 61.355 €. Das entspricht 24.000 DM/kW oder 12.271 €/kWh.

Jede investierte Kapitalsumme muß sich verzinsen. Dabei legt man mindestens einen Guthabenzins zugrunde, in der betriebswirtschaftlichen Kostenrechnung in aller Regel zusätzlich auch noch eine allgemeine Risikoverzinsung, denn hätte man keinen Risikoersatz, so würde sich die unternehmerische Investition nicht lohnen. Im vorliegenden Fall ist das Risiko aber sehr klein, da die Photovoltaik ja von der herrschenden ökosozialistische Ideologie geschützt wird. Nehmen wir also einen Guthabenzins von 4% und einen Risikozins von 2% an, so mußte sich die Investition mit 6% p.a. verzinsen, was bei einer Investitionssumme von 61.355 € immerhin einer jährlichen Verzinsung von 3.681,30 € entspricht.

Zudem wird eine solche Anlage abgeschrieben. Die Abschreibungszeit, die für die Kostenrechnung angenommen wird, richtet sich nach der technischen Lebensdauer, weil am Ende der technischen Nutzungszeit die Anlage ersetzt werden muß, und nicht nach der steuerlichen AfA-Zeit. Nimmt man an, daß die Leistung einer Photovoltaikanlage durch Umwelteinflüsse mit der Zeit abnimmt, so kann man eine technische Lebensdauer von 15 Jahren optimistisch schätzen. In 15 Jahren müßten sich also die 120.000 DM oder 61.355 € amortisiert haben, um eine Ersatzinvestition zu finanzieren. Das entspricht einer Abschreibung pro Jahr von 4.090,34 €/Jahr.

Die Summe der Verzinsung und der Abschreibung bezeichnet man auch als Vorhaltekosten, und die betragen im vorliegenden Fall 7.771,64 €. Für diese Summe wird pro Jahr eine Leistung von ca. 3.504,67 kWh erzeugt, was Kosten sage und schreibe von 2,22 €/kWh entspricht: Eine Kilowattstunde für 2,22 Euro, fast fünf Mark Und die Rechnung hat nur die Vorhaltekosten betrachtet, nicht weitere Kosten wie Instandhaltung oder Versicherung, ist also selbst dann noch unvollständig!

Ja, ein teures Experiment: Für satte 2,22 €/kWh kriegen wir gerade mal die Leistung eines Warmwasserboilers. Das dürfte wohl die Richtung sein, in die sich der Strompreis bewegt – jedenfalls, wenn wir weiterhin Rot-Grün erlauben, uns nach Belieben abzuzocken. Der Kirche werfe ich in diesem Fall vor, sich im besten Fall noch aus Dummheit an einem absurden Öko-Projekt zu beteiligen: denn selbst wenn man annimmt, daß irgendein gesellschaftlicher Nutzen durch Photovoltaik entstünde (was grundsätzlich bestritten worden ist), so kann hierdurch kein konventionelles Kraftwerk eingespart werden, weil die Sonne nicht scheint, wenn wir Energie brauchen.

Ich danke Herrn Dietze für wertvolle Daten, die in diesem Artikel verarbeitet wurden.

Links zum Thema: Auf dem Weg in die Planwirtschaft: Kommentar zum "Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien" | Bundesgerichtshof: Die Planwirtschaft bleibt | Wissenschaftler gegen "Klimapolitik" und das Kyoto-Protokoll (interne Links) | "Klimaschutz": Deutschland auf dem Weg in ein nachhaltiges Energie-Dilemma (externer Link)

Ähnliche Themen, die Ihnen gefallen könnten