Rechnerbezogene Softwareaktivierung: Kaum da, schon in Schwierigkeiten

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Gib TCPA keine Chance!

"Trusted Computing" ist nicht vertrauenswürdig!

Während man in Deutschland mit der endgültigen Abstimmung über das neue Urheberrecht im Bundesrat am 23. Mai, also kommenden Freitag, den Weg zum gesetzlichen Schutz für Digital Rights Management Systeme (DRM, auch: Digital Restrictions Management) vorbereitet, ist diese neue Technolgie schon in Schwierigkeiten. Und wir meinen nicht die Zwangsaktivierung bei Windows XP: Während Microsoft bis zur Auferstehung von Tux dem Pinguin noch ein Fast-Monopol hat, sind Nichtmonopolhersteller über den Versuch, restriktive DRM-Praktiken einzuführen, schon mächtig gestolpert. Intuit, zum Beispiel – wenn auch nicht in Deutschland. Noch nicht…

So hat Intuit in seinem Produkt TurboTax die Kunden massiv verärgert, denn all die Ängste, die in bezug auf DRM immer wieder kursieren, wurden wahr: die Neuinstallation von Software auf einem neuen Rechner erforderte plötzlich endlose Telefongespräche, und auch nach Hardware-Upgrades versagte die Software plötzlich zur Freude ihrer Kunden den Dienst – und mit ihr wurden steuerrechtlich relevante Aufzeichnungen von Jahren plötzlich unzugänglich. Und dabei war das "nur" das SAFECAST/C-Dilla-System, das (noch?) auf keinerlei "sichere" Hardware aufsetzt, sondern lediglich softwarebasiert ist, was heißt, daß es umgangen werden darf, doch wie das geht, darf ich hier bald nicht mehr schreiben, wenn das neue Urheberrecht am Freitag im Bundesrat durchgewunken wird. Und danach sieht es aus.

Was wir also schon letztes Jahr befürchtet haben scheint also nunmehr langsam wahr zu werden: die Fesselung von Software und Dateien an Rechner, die ferngesteuerte Abschaltung von Software (und den zugehörigen Dokumenten), Miete zahlen zu müssen um die eigenen Dateien weiterbenutzen zu dürfen – ein Alptraum zeichnet sich ab.

Im Falle der Steuersoftware hat der Markt sich entschieden – gegen DRM, und zwar so deutlich, daß in der jetzt erschienenen Version die umstrittene DRM-Komponente nicht mehr enthalten ist. Während aber Intuit aus dem Fehler gelernt hat, scheint Adobe ihn noch machen zu wollen: so gibt es offensichtlich bald eine Produktaktivierung bei neuer Adobe-Software, und auch von Norton ("System Works") hört man entsprechende Gerüchte. Wie lange es hier wohl dauert, bis der Markt die Hersteller eines besseren belehrt?

Links zum Thema: TCPA: Auf dem Weg in die totale Kontrolle (interner Link)

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