Der Kanzler und der Transrapid, oder China und der Westen

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Der Bundeskanzler fliegt heute nach Shanghai, um dort an Silvester die erste wirklich kommerziell betriebene Transrapid-Strecke der Welt einzuweihen, und tut damit etwas, was man in Deutschland schon vor wenigstens 30 Jahren hätte tun können, denn so lange gibt es die Magnetbahn-Technik schon. Aber in Deutschland wurde von ökosozialistischen Bedenkenträgern verhindert, was in China die Bedarfsträger einer schnellwachsenden Wirtschaft in Rekordzeit gebaut haben: in der Zeit, in der das in China errichtet wurde, hätte man in Deutschland nichtmal die Baugenehmigung bearbeitet. Aber ist das Planfeststellungsverfahren einfach nur der Exorzismus der Ökoreligion, oder steckt mehr dahinter? Dieser kleine Beitrag versucht, hinter die Kulissen zu schauen und eine verborgene Strömung auszumachen.

Deutschland wird technologisch überholt

Dabei ist der Transrapid nicht das einzige technologische Trauerspiel der Republik: In Garching bei München wird seit langer Zeit Kernforschung betrieben, aber nicht mehr lange, wenn es nach Rot-Grün geht: So wurde das ASDEX-Experiment (Axially Symmetric Divertor Experiment) für Fusionsforschung des Max Planck Instituts für Plasmaphysik in Garching abgebaut und in China am Southwestern Institute of Physics (SWIP) in Chengdu, Sichuan Province, wiedererrichtet, wo es seither erfolgreich betrieben wird. Sollte die Fusionsforschung eines Tages zu einem funktionierenden Reaktor führen, hätte China eine billige, saubere und unerschöpfliche Energiequelle – etwas, was Deutschland seiner Bevölkerung offensichtlich nicht zumuten möchte. Und auch der konsequent vorangetriebene Bau des Drei-Schluchten-Dammes in Zentralchina, des größten Wasserkraftprojektes der Welt, läßt ahnen, daß die Führung in China sich nicht um internationale Kritik kümmert wenn es darum geht, die Entwicklung der eigenen Wirtschaft voranzutreiben und damit der eigenen Bevölkerung zu dienen. So populistisch kann der Sozialismus sein – oder was man halt noch als solchen bezeichnet. Wäre doch die deutsche Führung auch etwas populistischer!

Und nicht nur Deutschland

Während ich diese Zeilen schreibe, steht Shenzhou IV auf der Startrampe, der letzte unbemannte Testflug des ersten chinesischen Raumschiffes, das schon bald die ersten Yuhangyuans ins All befördern soll: so heißen die Astronauten auf chinesisch. An den Begriff werden wir uns gewöhnen müssen. Und eine chinesische Raumstation ist das erklärte Ziel der Raumfahrt-Planer in Peking, die aus dem Projekt der internationalen Raumstation unter US-Führung ausgestiegen sind, und von weiteren Plänen wird gemunkelt. So soll der Mensch zum Mond zurückkehren, doch diesmal werden vermutlich chinesische Schriftzeichen an den Steuerelementen der Raumschiffe stehen… aber während es in den 60ern noch einen heftigen Wettlauf der Amerikaner mit der Sowjetunion zum Mond gab, scheint die NASA die derzeitige Herausforderung nicht einmal mehr zur Kenntnis zu nehmen. Ganz vergessen scheint indessen, daß alle Raketentechnik letztlich auf deutsche Wurzeln zurückgeht: ohne Werner von Braun und seine Nachfolger in Ost wie West wäre der Mensch nicht in den Weltraum vorgestoßen. Wieder eine verpaßte Chance!

China und die Menschenrechte

Insbesondere westliche Journalisten prügeln immer wieder verbal auf das Reich der Mitte ein: Tibet, die Minderheiten, die Menschenrechte – die Liste ist lang. Und die Chinesen sind besonders sensibel, wie sie im Ausland dargestellt werden, und nehmen es genau zur Kenntnis, wenn man sie an den Pranger stellt. Es fällt aber leicht herauszufinden, wie logisch konsistent und moralisch glaubwürdig solche Kritiken sind: So schickte die tibetische Regierung 1947 eine Delegation mit improvisierten Reisepässen nach Europa und insbesondere nach Amerika, um die Regierungen um Beistand gegen die Chinesen oder wenigstens um diplomatische Anerkennung Tibets zu ersuchen, doch die Regierungen der Welt empfingen die Delegierten vom Dach der Welt nichteinmal. Und als am 1. Oktober 1949 die "Volksbefreiungsarmee" in Peking einmarschierte, und im Frühherbst 1950 die osttibetischen Provinzen Amdo und Kham angriffen und kurz danach die letzte antike Hochkultur der Welt überrannten und nahezu restlos zerstörten, sah die Welt weg. Dafür schwenkten fanatisierte Jugendliche auch in Europa eifrig Mao-Bibeln. Komisch: warum sprach damals keiner von Menschenrechten? Warum ist Tibet erst interessant geworden, als man China Umweltverschmutzung und die Ausbeutung natürlicher Ressourcen vorwarf? Geht es wirklich um die Tibeter – oder stecken ganz andere Interessen hinter dieser Kritik? Und gerade gestern wurde bekannt, daß auch die USA Foltermethoden bei Verhören von Gefangenen außerhalb des Territoriums der Vereinigten Staaten anwenden – etwa an den El-Quaeda-Häftlingen in Guantanamo Bay auf Kuba – und zudem Gefangene mit "Fragelisten" an Länder ausliefern, die für Foltermethoden bekannt sind, also Andere die Schmutzarbeit erledigen läßt. Es wundert daher nicht, daß man in China das westliche Gerede oft für eine Einmischung in innere Angelegenheiten oder, schlimmer, für eine neue Form des Imperialismus hält: solange der Westen jedenfalls nicht besser ist als China, so lange sollte er mit dem Gerede von Menschenrechten aufhören. Mit zwei Maßen zu messen ist nämlich wenig glaubwürdig.

China und Deutschland

Noch mehr als die Menschenrechtsdebatte wundert mich die Doppelzüngigkeit gerade deutscher Aktivisten: denn mit der gebrochenen Geschichte unseres Landes sollten wir besonders vorsichtig mit Schuldzuweisungen sein. Schließlich war der Tod ein Meister aus Deutschland, dem Land der Richter und Henker – jedenfalls in den angeblich Tausend Jahren von 1933 bis 1945. Dennoch hat alle Welt gleich hernach mit dem wiederaufgebauten Deutschland glänzende Geschäfte gemacht, und mindestens den westlichen Besatzungszonen damit zu einem Wirtschaftswunder verholfen. Man mag ja völlig zu Recht darüber nachdenken, ob man aus zerstörten tibetischen Klöstern geraubte Kunstwerke kaufen sollte – aber China pauschal als Diktatur zu verteufeln ist genauso glaubwürdig wie Franzosen oder Norweger, die mit Hitlergruß an der Straße stehen, wenn sie deutsche Touristen sehen. Oder, knapp und kurz: wenn wir China für seine Vergangenheit kritisieren, denken wir erst über die eigene nach. Oder, noch kürzer: wer im Glashaus sitzt

Warum also dann?

Angeblich fand Ende der 60er Jahre in einem Atombunker bei New York, dem Iron Mountain, eine Konferenz führender Persönlichkeiten in den USA statt, bei der über künftige Methoden des Machterhaltes beraten wurde (Literaturangabe am Ende). Ergebnis war, daß Kriege und äußere Feinde als Mittel der Herrschaft über das eigene Volk angesichts der Kernwaffe nicht mehr zeitgemäß seien, und Umweltschutz und Öko-Ängste ein angemessenes neuer Herrschaftsmittel wären, das in der Hand einer Weltorganisation zum Instrument der lokalen Machtausübung u.U. auch durch Dezimierung der Bevölkerung mit neuen Mitteln durch globale Mechanismen werden könne – etwa im Wege des Emissionshandels. Diese "Konferenz vom Iron Mountain" wird von den Linken und den Ökologisten als Hoax bezeichnet; indessen sprechen Indizien der Politik, die wir jetzt erleben dafür, daß sie stattgefunden hat und ihre Resultate seither umgesetzt werden. Schließlich wurde die zwangsweise Einführung des Emissionshandels ab 2005 gerade beschlossen. Ein Zufall?

Angst als Hauptmotiv

Wenn man konstatieren kann, daß neue Herrschaftsmechanismen sich wesentlich auf induzierte Umweltängste stützen, neue Ängste, die an Stelle der Angst vor Feinden und des Hasses auf Gegner treten sollen, dann setzt dies internationale Zusammenarbeit voraus. Das erklärt, weshalb neue Völkergefängnisse errichtet werden, wo andere doch überall auf der Welt zerfallen: die EU, die United Nations – Organisationen, die in Wirklichkeit auf globale Machterhaltung für die Eliten gerichtet sind. Aus ökonomischer Sicht handelt es sich hierbei um kartellähnliche Strukturen, d.h., ein abgesprochenes Verhalten (Induktion von Umweltängsten) soll bestimmte Ziele (Zustimmung der Massen zu weiteren Einschränkungen von Freiheiten und neuen und höheren Steuern und Abgaben) verwirklichen. Aber wie bei jedem anderen Kartell auch, leben diese Organisationen nur von ihrer Geschlossenheit: wer aus der Absprache ausbricht, verschafft sich einen Vorteil, bricht die Front auf – und das Kartell bröckelt, und mit ihm der globale Machterhalt. Und genau das ist China: ein Kartellbrecher im internationalen Machtkartell, ein Verweigerer im Spiel um globale Herrschaft, ein Öko-Dissident, und damit ein Gegner des Weltregimes. Das ist, weshalb die Chinesen so gehaßt werden: sie schaden unserer schönen, neuen Öko-Welt durch technisch-wissenschaftlichen Fortschritt und konsequente Entwicklung materiellen Wohlstandes für ihre Bevölkerung. Ein Drittweltland, daß sich selbst aus dem Dreck zieht, das unabhängigen Wohlstand außerhalb der Kontrolle der USA entwickelt, sowas darf es nicht geben. Daß die Chinesen Tibet zerstört haben interessiert ebensowenig wie die Alliierten sich um Auschwitz gekümmert haben – andere Dinge sind offensichtlich wichtiger, und das DDT-Verbot hat ebenfalls viele Menschenleben gekostet: war das etwa eine der ersten Maßnahmen des aktiven Bevölkerungsmanagements, die im Iron Mountain beschlossen wurden? Die menschenverachtende Mentalität, die aus dieser Zitateliste hervorgeht, läßt dies jedenfalls möglich erscheinen.

Die statische Gesellschaft

Von einem steady state am Ende der Geschichte haben alle Diktatoren geträumt, und mit ihnen ihre Vordenker. So postulierte schon Karl Marx den Ausbruch des totalen Kommunismus als Endpunkt am Schluß der Geschichte, sozusagen als innerweltliches Paradies. Daß es weder ein innerweltliches Paradies noch einen Endzustand der Geschichte gibt, hätte er freilich wissen können. Ganz offensichtlich wird mit dem Ökologismus ein neuer Versuch unternommen, eine statische Gesellschaft zu schaffen, eine Welt mit überschaubaren und stabilen Machtstrukturen, eine Regierung, die alles rationiert und kontrolliert – Energie und sogar den Zugang zu Medien. Auch dabei stören die Chinesen mit ihrem unbekümmerten und unkontrollierten Wachstum an Zahl und Wirtschaftsmacht. Doch es gibt noch einen weiteren Verdacht: Auf der Konferenz vom Iron Mountain wurde offensichtlich auch debattiert, die Raumfahrt als "neue große Aufgabe" (und damit als Herrschaftsmittel) zu etablieren, aber dieser Gedanke verworfen. Das könnte einen guten Grund haben, denn findet man aus Versehen wirklich eines Tages außerirdisches Leben dann hätte dies auf bestehende Machtstrukturen katastrophale und nicht kalkulierbare Auswirkungen. Es steckt also vielleicht auch ein guter Grund hinter der faktischen Einstellung der bemannten Raumfahrt: man könnte etwas entdecken, was den Mächtigen nicht in den Kram paßt. Und Indizien sprechen dafür, daß genau das bereits passiert ist. Stören die Chinesen mit ihrer aggressiven Entwicklung einer eigenen, vom Westen unabhängigen Raumfahrt auch hier?

Ja, diese Verschwörungstheoretiker…

Ich höre schon den Spott derer, die nicht selber denken wollen (oder können), aber das ist eigentlich gerade die Bestätigung der hier dargelegten Theorie, denn wer keine Argumente hat versucht, seinen Gegner lächerlich zu machen. Wer also anderer Meinung ist, sollte versuchen, mich mit Argumenten zu widerlegen. Auch kritische Leserbriefe werden übrigens veröffentlicht, wenn die Absender dies wünschen.

Links zum Thema

Was zum Teufel ist das Magnetschwebebahnbedarfsgesetz? | Zitatesammlung zum politischen Ökologismus | Führt der CO2-Wahn zum "aktiven Bevölkerungsmanagement"? | Kofi Annan, der Hunger und die "Treibhausgase" | CO2-Neurose und Nachhaltigkeits-Wahn | EU-Parlament stimmt Plänen zu Zertifikatehandel zu | Wovor die Mächtigen sich wirklich fürchten (BWL-Bote) | Press Release der Max Planck Gesellschaft über ASDEX | US-amerikanische Foltermethoden (externe Links)

Literaturangabe

Lewin, Leonard C.: "Report From Iron Mountain. On The Possibility And Desirability Of Peace", The Dial Press, New York 1967, Library of Congress Card No. 67-27553, keine ISBN.

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