Prognose: Fach "Außenwirtschaft" in der kommenden Prüfung zum Betriebswirt/IHK

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Dieser Beitrag ist riskant, denn er kann danebenliegen, aber dann habe ich halt Pech. Er kann aber auch richtigliegen, und dann hat, wer ihn gelesen (und befolgt!) hat, einen Vorteil in dem traditionell als schwer empfundenen Fach "Außenwirtschaft". Von der Virusgrippe fast wieder genesen lasse ich es also drauf ankommen und mache mit frischer Urteilskraft eine kleine Prognose, was im November so auf uns zukommt…

Dokumente & Fremdsprachen

Fast immer gab es fremdsprachige Dokumente (Letter of Credit, Bill of lading, das berühmte Telex aus Nigeria), die bearbeitet, auf Fehler durchsucht oder sonst verstanden und abgearbeitet werden mußten. Daß das diesmal wieder so sein wird, ist wahrscheinlich eine triviale Vorhersage, aber ein Anlaß, die wichtigsten englischen Redewendungen, insbesondere solche Kleinigkeiten wie die Bedeutung von "said to contain" statt "contains" in einem Ladeschein, zu kennen. Daß diesmal auf gelernte DDR-Bürger Rücksicht genommen wird, die russisch aber kaum oder kein English können, ist übrigens ebenso unwahrscheinlich wie bisher.

Abkürzungen

Ähnlich ist es mit den kryptischen Schlüsseln im Außenwirtschaftsverkehr. Daß man die Incoterms kennen sollte, ist selbstverständlich. Auch direkte Fragen vom Typ wie "Was bedeuten: IATA, DDU, EXW, GTZ, GATT usw" sind nicht unwahrscheinlich, in letzterem falle aber auch nur ein kleinerer Punktverlust als eine gänzlich falsch gelöste Aufgabenstellung, weil man etwa den Unterschied zwischen FOB und FAS nicht weiß.

Europa allgemein

Die letzten Male wurde wenig oder (einmal sogar) gar nichts über die EU gefragt, was alleine meine Prognose begründet, daß es diesmal anders sein wird. Also: wissen Sie, was Rat, Kommission und Parlament tun, kennen Sie die Rolle des Ausschusses der Regionen, des Wirtschaftsausschusses und ähnlicher Mächte, lesen Sie nach, wer Zentralbankpräsident ist und was die Internationale Handelskammer in (ja, wo war die noch gleich?) für die Wirtschaft tut.

Die Osterweiterung

Diese ist geradezu ein gefundenes Fressen für jeden Prüfungslyriker; ich würde das jedenfalls nicht auslassen. Es ist also nicht schwer zu raten, daß dazu diesmal Fragen auftauchen werden, jetzt, da das alles einigermaßen Konturen anzunehmen beginnt. Schließlich sind die Iren in guter Europäischer Tradition letzten Sonntag zum zweiten Mal an die Urnen geschickt worden, nachdem der ungewählten europäischen Obrigkeit nicht gefiel, was beim ersten Referendung herauskam, und diesmal haben sie dem Vertrag von Nizza zugestimmt, was den Weg für den Beitritt der zehn Kandidaten (ja, wer ist das noch gleich alles??) freimacht. Also, schauen Sie mal auf die Landkarte, dann fällt es übrigens leichter (Tip: alle Länder direkt Östlich einschließlich des gesamten Baltikums minus Rußland und Ex-Jogoslawien!) und befassen Sie sich mit den, ähh, "Kollateralproblemen", die damit in Verbindung gebracht werden können, etwa dem deutsch-französischem Agrarstreit. Der gibt auch eine wundervolle Angriffsfläche für Prüfungsfragen ab, und ist so öffentlich gemacht worden, daß solche Fragen nicht als unfair abqualififiert werden sollten.

Wäre das nicht DIE Knallerfrage?

Ach ja, es könnte ja sein: was macht eigentlich der Konvent? Wer sitzt ihm vor, wo und wann wurde er ins Leben gerufen, und welchen Zweck hat die ganze Operation?

Kurze strategische Empfehlung

Zeitunglesen im Dienst gilt in den meisten Berufen nicht gerade als arbeitsvertragskonforme Tätigkeit. In der Vorbereitung auf die Prüfung ist es vielleicht mal anders!

Relevante Links

Die EU der 25 | Paris und Berlin wollen Agrarstreit vor EU-Gipfel im Dezember beenden (externe Links)

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