Der Unmut über den Teuro wächst

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Die Nachrichtendienste berichten seit heute morgen, daß der niederländische Konsumentenverband einen begrenzten Preisstopp für besonders "teuro-anfällige" Wirtschaftsbereiche gefordert hat. Die Statistiker hätten in bestimmten Bereichen wie bei CDs oder beim Parken seit Anfang des Jahres einen Preisauftrieb registrtiert, der doppelt so hoch läge wie die Inflationsrate in den Niederlanden.

Das sagt uns zunächst, daß die niederländischen Statistiker offensichtlich ehrlicher sind als ihre deutschen Kollegen, die uns was von der sogenannten "gefühlten Inflation" erzählt haben, wohl darauf bauend, daß die große Mehrzahl das gängige Warenkorbverfahren nicht kennt und diesen Unsinn daher glaubt.

Es sagt uns aber auch, daß die niederländischen Konsumenten offensichtlich nicht besonders schlau sind, denn würde man einen partiellen Preisstopp verhängen wäre klar, daß zum einen schon die Ankündigung einer solchen Maßnahme einen weiteren Inflationsschub auslösen könnte, jedenfalls aber die Preise dann halt in anderen, nicht von der Maßnahme betroffenen Bereichen angehoben werden würden, so daß man ggfs. den Preisstopp auf diese Sektoren ausdehnen müßte, worauf natürlich die Preise anderswo steigen, bis man schließlich einen totalen Preisstopp verhängen müßte, was freilich ehrlich wäre, denn auf dem Weg in eine Planwirtschaft befinden wir uns ja schon länger.

Offenbar hat aber noch niemand den Mumm, offen zu fordern was viele denken, nämlich den Ausstieg aus dem Euro, denn man kann das Übel nicht mit einer Symptomkur bekämpfen, sondern muß offensichtlich die Ursache beseitigen. Anscheinend hat man aber in den Niederlanden noch so viel Staaträson, das zu denken aber nicht offen zu fordern – fragt sich aber, wie lange noch.

Über die Politik der niederländischen Regierung vermag ich nicht zu spekulieren, aber so recht kann ich nicht an einen Preisstopp glauben – wohl aber daran, daß es besonders für die unteren Einkommensklassen immer schlimmer wird, drüben wie hüben. Und wir wollen mal sehen, wann die ersten Ausstiegsrufe laut werden, und was für Ausstiege dann gleich mitgefordert werden: Ökosteuer, Flaschenpfand, Energieeinspeisungsverordnung – es gäbe ja genug, wogegen zu protestieren sich lohnen würde. Wie lange man das wohl noch unter der Decke halten kann?

Aktuell zum Thema: Niederländische Verbraucher wollen begrenzten Preisstopp wegen Euro (Externer Link) | Die Ausstiegsoption für Deutschland (BWL-Bote) | Großer Schaden bei der Euro-Einführung (BWL-Bote)

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