Existenzgründung/ Selbständigkeit

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Während ein Großteil der Absolventen eines BWL-Studiums nach ihrem Abschluss auf der Suche nach beruflicher Erfahrung erstmal auf eine Festanstellung setzt, gibt es auch die Mutigen, die sich direkt in die Selbstständigkeit stürzen und ihr eigenes Unternehmen gründen. Das haben mittlerweile auch die Universitäten erkannt und ihr Angebot zumindest teilweise entsprechend modifiziert.

Hochschulen bereiten aufs Gründen vor

SBM der Uni DuisburgZur Unterstützung dieser Existenzgründer bieten viele Hochschulen spezielle Seminare an. Hier erfahren Jung-Unternehmer, was im Rahmen einer Geschäftsgründung alles auf sie zukommt. So gibt es zum Beispiel Veranstaltungen zu den juristischen Seiten einer Firmengründung, Coachings zum richtigen Auftreten bei Geldgebern und Schulungen zur Auswahl von Mitarbeitern. Wenn Ihnen also bereits während Ihres Studiums klar ist, dass Sie später einmal ihr eigener Chef sein wollen, dann empfiehlt es sich, die zahlreichen Beratungsmöglichkeiten der Hochschulen wahrzunehmen.

Ein besonderes Angebot ist zum Beispiel der Kurs „Small Business Management“ der Universität Duisburg, welcher sich vor allem an die Studenten der BWL und Wirtschaftswissenschaften richtet, jedoch auch jedem Außenstehenden offen steht. Hier kann man in mehreren Schritten herausfinden, ob man sich überhaupt zum Unternehmer eignet, wie Planung und Organisation erfolgen und kann schließlich die eigene Gründungsidee und den Businessplan auf Herz und Nieren prüfen (lassen).

In vielen Hochschulen gibt es auch mittlerweile Veranstaltungen, in denen die Lust am Gründen geweckt oder verstärkt werden soll. In Köln gibt es mit dem Hochschulgründernetz beispielsweise einen eigenen Verein dafür, die auch den Start-Up Day an der Uni veranstalten.


Businessplan

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine Firmengründung ist natürlich das Startkapital. Damit Fördergeld oder ein Darlehen ausgezahlt wird, muss ein sogenannter Businessplan erstellt werden. In diesem beschreibt der Gründer oder das Gründerteam detailliert die Geschäftsidee sowie die Rahmenbedingungen der Gründung. Das beinhaltet unter anderem eine Analyse des Marktes, der Zielgruppen und des Standortes. Bei der Erstellung eines Businessplans ist es wichtig, die formalen Kriterien einzuhalten und alle von den Darlehensgebern gewünschten Gesichtspunkte zu beschreiben. Wenn die Idee überzeugt und auch die finanziellen Prognosen Erfolg versprechend sind, gibt die Bank grünes Licht für einen Kredit.

Vollständige Businessplan-Muster für verschiedene Branchen können Gründungsinteressierte im Internet herunterladen. Die Vorlage muss dann nur noch an die individuellen Vorhaben angepasst werden. Lesen Sie unserem Artikel „Die Top 5 Fehler im Business Plan“, um häufig wiederholte Fehler bei der Erstellung deines Business Plans zu vermeiden.


Finanzierungsmöglichkeiten für Gründer

Exist StipendiumSie haben eine gute Idee, aber nicht die nötigen finanziellen Mittel, um diese auch in die Tat umzusetzen? Das muss nicht heißen, dass Sie Ihren Traum aufgeben müssen. Es gibt eine Vielzahl an Stipendien, welche sich speziell an Existenzgründer wenden. Das wohl bekannteste ist das EXIST-Gründerstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie. Dieses soll Studenten, Absolventen und Wissenschaftler unterstützen, welche den Weg in die Selbstständigkeit wagen wollen.

Über einen Förderungszeitraum von einem Jahr werden Wissenschaftler aus öffentlichen, nicht gewinnorientierten Forschungseinrichtungen und Hochschulen gefördert. Studierende, dich sich bewerben wollen, müssen zu diesem Zeitpunkt mindesten die Hälfte ihres Studiums absolviert haben. Aber auch ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiter haben noch bis zu fünf Jahre nach ihrem Abschluss die Möglichkeit, sich über ein EXIST-Stipendium fördern zu lassen. In der Regel werden nur Einzelpersonen gefördert. Gründerteams, die sich aus maximal drei Personen zusammensetzen, haben nur in Ausnahmefällen Chancen. Die wichtigste Voraussetzung zum Erhalt des Stipendiums ist die wirtschaftliche Rentabilität des geplanten Vorhabens. Diese können die Bewerber am besten mit Hilfe des oben vorgestellten Businessplans belegen.

Wie hoch die Förderung ausfällt, hängt ganz von der Ausgangsposition des jeweiligen Bewerbers ab. Das Stipendium dient in erster Linie dazu, den persönlichen Lebensunterhalt des betreffenden Gründers zu fordern. So erhalten Studierende 800 Euro monatlich, Absolventen mit Hochschulabschluss 2.000 Euro, und Promovierte 2.500 Euro. Hat der betreffende Gründer bereits Kinder, so kann er mit einem weiteren Zuschuss von 100 Euro im Monat rechnen. Ebenfalls gefördert werden Sachausgaben bis zu 10.000 Euro (Teams erhalten sogar bis zu 17.000 Euro) sowie Kosten für Coaching (bis zu 5000 Euro).

Hochschule muss Antrag stellen
Antragssteller sind allerding nicht die Gründer selbst, sondern immer die entsprechende Hochschule bzw. die Forschungseinrichtung. Um sich für das EXIST-Programm zu qualifizieren, müssen sowohl die Institute als auch die Gründer in spe einige Kriterien erfüllen. Institute müssen in ein Gründernetzwerk eingebunden sein, dem entsprechenden Bewerber einen Arbeitsplatz sowie einen Mentor und die kostenfreie Nutzung der Infrastruktur garantieren und die zugesprochenen Fördermittel entsprechend verwalten.

Auch für die Jungunternehmer, die sich aus verschiedenen Gründen nicht für ein Stipendium qualifizieren, gibt es Möglichkeiten, die finanziellen Mittel für eine Firmengründung zusammenzubringen. Für junge Unternehmer gibt es spezielle Kredite zu günstigen Konditionen, welche den Weg in die Selbstständigkeit ebnen sollen. Vor allem die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ebnet mit ihrem StartGeld den Weg in die Selbstständigkeit. Dieses zielt explizit auf Studenten ab, die sich neben ihrem Studium eine eigene Existenz aufbauen möchten. Durch niedrige Zinsen und eine tilgungsfreie Anlaufzeit bietet sie einen großen finanziellen Spielraum. Detaillierte Informationen zum KfW-StartGeld finden Sie hier.

Neben geförderten Krediten der KFW besteht auch die Möglichkeit, einen einfachen Ratenkredit für Selbständige aufzunehmen. Hier liegt es allerdings im Ermessen der Bank, ob sie das Vorhaben unterstützt. Eine Prüfung des Businessplans ist dabei zwingend nötig. Sollte die Bank eine Absage erteilen, ist höchstens noch ein Kredit mit Bürge denkbar. In dem Fall müsste der Unternehmer einen Verwandten oder guten Bekannten finden, der im Falle des Kreditausfalls einspringt. Ohne Bürgen und notwendige Bonität wird es für Selbständige schwer, einen zinsgünstigen Kredit zu bekommen, wenn der Businessplan die Bank nicht überzeugt.